Vegetarismus und Veganismus - Daten & Fakten
Die Ernährungsformen befinden sich im Wandel. Vegetarismus und Veganismus sind auf dem Vormarsch – Immer mehr Menschen versuchen, auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten. Während Vegetarismus eine fleischlose Ernährung bezeichnet, bedeutet Veganismus der Verzicht auf jegliche tierische Erzeugnisse (also auch Milch, Eier und Honig). Doch auch weitere Ernährungsformen sind in diesem Kontext von Belang. Dazu gehören Pescetarier (Fisch, aber kein Fleisch) und Flexitarier (bewussterer, zumeist reduzierter Fleischkonsum). Über die Verbreitung dieser Ernährungsstile kursieren unterschiedliche Angaben, eindeutig ist jedoch ein Trend zum Wachstum dieser Zielgruppe auszumachen. Mit diesem Trend einhergehend ist in den letzten Jahren auch der Markt für Fleisch- und Milchersatzprodukte gewachsen.
Nachhaltigkeit und Tierschutz als Hauptmotivation
Die persönlichen Motive für eine vegetarische oder vegane Ernährung sind durchaus unterschiedlich. In Zeiten des Klimawandels spielen ökologisch nachhaltige Aspekte für viele Konsumenten eine stetig größere werdende Rolle. Im Vergleich mit der Herstellung pflanzlicher Lebensmittel fällt die Klimabilanz in der Produktion tierischer Produkte negativer aus. Ein weiterer Grund für eine vegetarische oder vegane Ernährung stellt für viele Konsumenten die Unterstützung artgerechter Tierhaltung bzw. der allgemeine Tierschutz dar. Bei Betrachtung des durchschnittlichen Fleischkonsums in Deutschland zeigt sich, dass der Verbrauch in den vergangenen Jahren leicht zurückging.Wachsender Markt für Fleisch- und Milchersatzprodukte
Eine vegetarische oder vegane Ernährung muss jedoch nicht gleichbedeutend mit Verzicht verbunden sein - Aus diesem Grund ist der Markt für verschiedene pflanzliche Ersatzprodukte in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Es gibt eine Reihe von tierischen und nicht-tierischen Rohstoffen für die Herstellung von Milch- und Fleischersatzprodukten. Ein Großteil der Fleischalternativen basiert dabei auf Getreide oder Soja. Aber auch aus Gemüse und Pilzen sowie Algen lassen sich Fleischimitate herstellen. Gängige Ausgangsstoffe für Milchalternativen bilden demgegenüber Hafer, Soja, Mandeln, Kokos oder Reis. Am beliebtesten ist dabei Hafermilch – etwa von den Marken Alpro oder Alnatura. Bekannte Marken bzw. Hersteller von Fleischersatzprodukten stellen die Rügenwalder Mühle, Alnatura und Iglo (Green Cuisine) dar.Ersatzprodukte der Zukunft: Entwicklungen und Herausforderungen
Dabei geht die Entwicklung schmackhafter und nachhaltiger Fleischalternativen weiter, etwa in Form zukunftweisender Innovationen aus Insektenproteinen, In-Vitro-Fleisch (Fleisch aus dem Labor) oder Fermentation (klassische Fermentation, Biomasse-Fermentation, Präzisionsfermentation). Während der Konsum essbarer Insekten zur traditionellen Küche mancher Länder dazugehört, sind viele Verbraucher in Deutschland skeptisch gegenüber den Verzehr von Insekten-Food. Im Falle von Laborfleisch ist neben der Verbraucherakzeptanz vor allem die mangelnde Marktreife noch eine Herausforderung.Doch auch bestehende Fleisch- und Milchersatzprodukte lassen in einigen Punkten noch zu wünschen übrig: Dazu gehört etwa der Preis sowie Geschmack und Textur der Produkte. So sind Fleisch- und Milchersatzprodukte bei vielen Händlern nach wie vor teurer als die tierischen Originale. Gründe hierfür sind u. a. die höheren Produktions- und Entwicklungskosten von Fleischersatz sowie der zumeist gehobene Mehrwertsteuersatz (19 Prozent auf Fleischersatz, Fleisch nur 7 Prozent). Zudem handelt es sich bei vegetarischen und veganen Alternativprodukten zumeist noch um Nischenprodukte, nach denen die Nachfrage gestiegen ist.
Ob aus Motiven des Tierwohls, der Nachhaltigkeit oder der Gesundheit – Vegetarismus, Veganismus und anderen Formen des Fleischverzichts liegen im Trend. Auch die Lebensmittelindustrie wittert hier mit Milch- und Fleischalternativen einen Wachstumsmarkt. Doch der Markt für Ersatzprodukte selbst steht vor einigen Herausforderungen, etwa in Form der noch bestehenden Preis- und Geschmacksunterschiede zum tierischen Pendant sowie der Marktreife von Insekten-Food und Laborfleisch.





























































